Was in Saarbrücken „Altbau“ heißt, hängt vom Stadtbezirk ab. 43 Prozent der Wohnhäuser waren 1945 vollständig zerstört, weitere 35 Prozent beschädigt; der Wiederaufbau der 1950er und 1960er Jahre stellt deshalb den größten Teil des älteren Bestands. Daneben stehen Gründerzeitquartiere, Bergmannskolonien und Großsiedlungen – jede Epoche mit eigenen elektrischen Schwachstellen.
Mitte: Nauwieser Viertel, Triller, Wiederaufbau
Im Nauwieser Viertel, rund um den Hauptbahnhof, am Rodenhof und in den Villenlagen am Triller und auf der Bellevue steht Gründerzeit. Dort trifft man auf Stoffleitungen, Aufputzinstallationen und über Jahrzehnte angestückelte Umbauten. In den Wiederaufbau-Blocks von St. Johann, Alt-Saarbrücken und Malstatt ist die Anlage häufig noch Erstausstattung: zwei oder drei Stromkreise, Schraubsicherungen, klassische Nullung ohne eigenen Schutzleiter und kein FI-Schutzschalter.
West, Dudweiler, Halberg: Kolonie und Siedlung
Die Bergmannshäuser in Herrensohr, Altenkessel und Jägersfreude sind kleine Reihen- und Doppelhäuser, die meist privat und in Etappen saniert wurden – mit Verteilern, in denen alte und neue Technik nebeneinander sitzen. Die Grubensiedlung Von der Heydt im Burbacher Saarkohlenwald – Beamtenhäuser, Schlafhäuser und Direktorenvilla, seit 1985 denkmalgeschützt – gilt als älteste erhaltene Beamtensiedlung des Saarreviers; innen ist eine neue Installation dennoch möglich, Eingriffe an der Fassade werden abgestimmt. In den Großsiedlungen Folsterhöhe und Eschberg aus den 1950er und 1960er Jahren liegen Steigleitungen und Gemeinschaftsanlagen in der Hand der Hausverwaltung, die Wohnungsverteiler sind oft seit dem Erstbezug unverändert. In Brebach, Fechingen, Güdingen und Eschringen kommt seit dem Hochwasser 2024 ein weiteres Thema hinzu: Unterverteilungen und Heizungsstrom im Keller, die nass geworden sind.
Sieben Erkennungszeichen
- Schraubsicherungen mit Porzellankappe statt Leitungsschutzschalter
- kein Gerät mit Prüftaste im Verteiler
- Steckdosen ohne Schutzkontaktbügel oder nur zwei Adern in der Dose
- Licht flackert, wenn der Backofen anspringt
- Schalter oder Dosen werden warm
- brüchige, verfärbte Leitungsisolierung an Lampenauslässen
- Feuchteränder am Verteiler nach dem Hochwasser
In Stufen oder alles auf einmal?
Sind die Leitungen dreiadrig und die Isolationswerte in Ordnung, genügt oft ein neuer Zählerschrank mit FI-Schutzschaltern und Überspannungsschutz, ergänzt um eigene Stromkreise für Küche, Bad und Arbeitsplatz. Bei zweiadrigen Leitungen oder schlechten Messwerten lohnt die Komplettsanierung – am besten dann, wenn ohnehin Wände geöffnet werden oder Wärmepumpe und Photovoltaik einen neuen Hausanschluss verlangen. Die Entscheidung fällt nach der Messung, nicht nach dem Baujahr.
Für Bestandsaufnahme und Erneuerung Ihrer Elektrik in Saarbrücken vermittelt Seibel365 einen Elektrofachbetrieb aus unserem Partnernetzwerk – Informationen dazu unter Hauselektrik.



