Zwei Dinge sagen etwas über den Zustand einer Elektroanlage: das Baujahr des Hauses und das Messprotokoll. Das eine ist eine Vermutung, das andere ein Befund. Ein Elektro-Check – vom Elektrohandwerk als E-CHECK geschützt – verbindet beides.
Das Baujahr als erste Spur
- Bergmannskolonien wie Von der Heydt oder Herrensohr: Installation mehrfach erweitert, Aufputzleitungen, oft noch Zweileiter-Stromkreise ohne Schutzleiter.
- Siedlungen der 1930er wie der Wackenberg: schmale Querschnitte, wenige Stromkreise, Schraubsicherungen.
- Wiederaufbau der 1950er und 60er in St. Johann, Alt-Saarbrücken und Malstatt: Erstausstattung mit drei bis fünf Stromkreisen, kein FI, teilweise klassische Nullung – die größte Gruppe in der Stadt.
- Großsiedlungen wie Folsterhöhe und Eschberg: Steigleitungen und Zählerplätze aus einer Hand, die Wohnungen je nach Sanierungsstand sehr unterschiedlich.
- Neubau, etwa auf dem früheren Röchling-Gelände am Triller: Anlage nach aktueller Norm, der Check dient der Abnahme und der Dokumentation.
Das Baujahr sagt, wonach der Prüfer zuerst sucht. Es sagt nicht, was er findet – ein saniertes Bergmannshaus kann besser dastehen als eine nie angefasste Wohnung von 1962.
Was nur das Messgerät sieht
Die Besichtigung findet lose Klemmen, verfärbte Steckdosen, fehlende Abdeckungen. Alles Übrige liefert die Messung: Der Isolationswiderstand zeigt, ob Leitungen altersbedingt Strom gegen Erde verlieren. Die Schleifenimpedanz verrät, ob im Kurzschlussfall genug Strom fließt, damit die Sicherung rechtzeitig abschaltet. Die Durchgängigkeit des Schutzleiters stellt sicher, dass ein Fehler am Gehäuse nicht am Menschen endet. Und die Auslösezeit des FI belegt, dass der Schalter nicht nur vorhanden ist, sondern schnell genug reagiert. Jeder Wert steht am Ende mit Soll und Ist im Protokoll.
Wer die Prüfung braucht
Betriebe sind nach DGUV Vorschrift 3 verpflichtet, ortsfeste Anlagen und bewegliche Geräte regelmäßig prüfen zu lassen – das gilt für die Kneipe im Nauwieser Viertel ebenso wie für die Werkstatt auf den Saarterrassen oder die Praxis am St. Johanner Markt. Vermieter und Hausverwaltungen tragen eine Verkehrssicherungspflicht; ein Protokoll beim Mieterwechsel belegt, dass die Anlage in Ordnung übergeben wurde. Für Käufer eines Hauses in Bischmisheim oder Gersweiler ist der Check die Grundlage, um den Sanierungsbedarf vor der Unterschrift zu kennen.
Das Ergebnis
Am Ende steht ein Prüfprotokoll mit Mängelliste in drei Stufen: dringend, mittelfristig, empfehlenswert. Ohne Protokoll ist es keine Prüfung, sondern ein Blick in den Kasten. Seibel365 vermittelt in Saarbrücken und im Regionalverband Partnerbetriebe, die E-Checks durchführen und die Mängel anschließend beheben – mehr zur Hauselektrik.



