Im Mai 2024 standen in Rußhütte, Brebach, Fechingen und Güdingen die Keller unter Wasser. In vielen Häusern war das Erste, was passierte, kein Kurzschluss, sondern ein leises Klack im Sicherungskasten: Der FI-Schutzschalter hatte abgeschaltet, bevor das Wasser die Unterverteilung erreichte. Wer keinen hatte, stand mit einem Keller da, in dem Wasser und Spannung zusammenkamen.
Was der FI misst
Ein Fehlerstrom-Schutzschalter, in der Norm RCD genannt, vergleicht den Strom, der über den Außenleiter in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem, der über den Neutralleiter zurückkommt. Fehlen auf dem Rückweg mehr als 30 Milliampere, fließt Strom irgendwo anders hin – durch nasses Mauerwerk, einen defekten Heizstab oder einen Menschen. Dann trennt er den Kreis. Ein Leitungsschutzschalter reagiert dagegen erst auf Überlast oder Kurzschluss – für einen Menschen zu spät.
Nach dem Wasser: nicht einfach wieder einschalten
Der häufigste Fehler nach Hochwasser oder Rohrbruch ist der Griff zum Hebel, sobald der Boden trocken aussieht. Feuchte Steckdosen, vollgelaufene Abzweigdosen und durchnässte Leitungsenden brauchen Wochen, bis sie wirklich trocken sind. Entweder löst der FI erneut aus – oder er hält, weil der Fehlerstrom knapp unter der Schwelle bleibt, und die Leitung korrodiert im Verborgenen weiter. Nach Wasser im Keller gehört eine Isolationsmessung durch einen Elektriker vor das Wiedereinschalten; betroffene Stromkreise werden einzeln freigegeben.
Welche Wohnungen in Saarbrücken ohne FI leben
Seit 1984 ist der FI für Bäder vorgeschrieben, seit 2007 für alle Steckdosenstromkreise. Was davor gebaut und nie saniert wurde, hat ihn oft nicht: die Wiederaufbauhäuser der 1950er und 60er in der Innenstadt, Siedlungsbauten am Eschberg oder auf der Folsterhöhe vor ihrer ersten Modernisierung, Bergmannshäuser in Herrensohr, Altenkessel oder Jägersfreude, in denen über Jahrzehnte privat weitergebaut wurde. Zu erkennen ist das Fehlen am Sicherungskasten: eine Reihe Automaten oder Schraubsicherungen, aber kein breiter Schalter mit Prüftaste.
Nachrüsten: zwei Wege
Der einfache Weg ist ein zentraler FI vor allen Stromkreisen im Verteiler – überschaubar im Aufwand, aber ein Fehler im Keller legt dann auch die Küche lahm. Besser sind mehrere FI für Gruppen von Stromkreisen oder kombinierte FI/LS-Schalter je Kreis. Voraussetzung ist in jedem Fall ein ab Verteiler getrennter Neutral- und Schutzleiter; bei klassischer Nullung in Zweileiter-Anlagen geht es nicht ohne Neuverlegung. Wer Wallbox oder Photovoltaik plant, braucht zudem den passenden Typ – A, F oder B.
Die Prüftaste
Die Taste mit dem T simuliert einen Fehlerstrom. Zweimal im Jahr drücken; der Schalter muss fallen, sonst ist er zu ersetzen. Seibel365 vermittelt in Saarbrücken und im Regionalverband Partnerbetriebe, die FI nachrüsten und nach Wasserschäden messen – zur Hauselektrik.



