Stromsparen scheitert selten am Willen, sondern an der Reihenfolge: Man zieht gewissenhaft das Ladegerät aus der Dose und lässt den Boiler durchlaufen. Deshalb hier die Posten eines typischen Saarbrücker Haushalts als Rangliste – vom kleinsten zum größten.
Platz 5 und 4: Standby und Licht
Router, Fernseher, Receiver, Spielkonsole, Drucker: Jedes Gerät für sich ist harmlos, zusammen kommen über das Jahr mehrere Dutzend bis über hundert Kilowattstunden zusammen. Schaltbare Steckdosenleisten für Fernsehecke und Schreibtisch erledigen das. Der Router bleibt an, der Rest nicht.
Wer noch Halogenspots oder Leuchtstoffröhren betreibt, tauscht auf LED – kleine Investition, dauerhafte Wirkung. Im Treppenhaus und am Hauseingang bringt ein Präsenzmelder mehr als jeder Zettel für die Nachbarn.
Platz 3: Kühlen und Gefrieren
Kühlschrank und Gefriertruhe laufen rund ums Jahr. Ein Gerät aus den 2000ern braucht oft das Doppelte eines heutigen. Wer im Keller eine zweite Truhe für die Schwenker-Vorräte stehen hat, sollte prüfen, ob sie im Winter überhaupt nötig ist. Sieben Grad im Kühlschrank, minus 18 in der Truhe, regelmäßig abtauen – mehr braucht es nicht.
Platz 2: Kochen, Waschen, Trocknen
Herd und Backofen sind Leistungsriesen, laufen aber kurz. Deckel auf den Topf, Umluft statt Ober- und Unterhitze, Backofen nicht vorheizen. Waschmaschine mit 40 statt 60 Grad und voll beladen; der Wäschetrockner ist der größte Einzelposten in diesem Block – im Sommer gehört die Wäsche auf den Balkon.
Platz 1: Warmwasser aus der Steckdose
In vielen Wiederaufbauwohnungen in St. Johann, Alt-Saarbrücken und Malstatt bereitet ein elektrischer Durchlauferhitzer oder ein Untertischboiler das Warmwasser. Er ist meist der größte Stromposten des Haushalts. Sparduschkopf, kürzer duschen, Boiler außerhalb der Nutzungszeiten abschalten oder gegen ein elektronisch geregeltes Gerät tauschen – hier sitzt der Hebel. Haushalte an der Fernwärme, etwa in Burbach und Malstatt seit 2023, haben diesen Posten nicht, dafür läuft im Keller oft eine ungeregelte Zirkulationspumpe.
Außer Konkurrenz: die Heizlüfter-Falle
Ein 2.000-Watt-Heizlüfter wärmt ein kaltes Bad schnell – und verbraucht in einer Stunde so viel Strom wie der Kühlschrank in einer Woche. Als Dauerlösung gegen eine schwache Heizung überlastet er zudem Stromkreise, die in den 1950ern für Radio und Deckenlampe geplant wurden. Wenn der Automat dabei regelmäßig fällt, ist das ein Fall für den Elektriker.
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